Panasonic GX1 | Pancolor 50mm f1.8 M42

Mein Einstieg in das Micro Four Thirds Sytem

Ich wage einen Neuanfang.

Vorab aber ein kurzer Exkurs in meine fotografische Vergangenheit (überspringen):

Schon seit langem übt die Fotografie einen großen Reiz für auf mich aus. Als damals die analoge Canon EOS 500N herauskam, das war 1996, war sie meine absolute Traumkamera.

Träume sind aber bekanntlich Schäume. Und für mich war dieser Traum als 14-Jähriger finanziell unerreichbar. Aber bei einem meiner ersten Ferienjobs konnte ich mir im selben Jahr noch eine gebrauchte Yashica 107 MP mit 50mm f1.7 und 70-210mm f4-5.6  für 230DM leisten. Damit bin ich eine kleine Weile ausgekommen. Abgelöst wurde sie irgendwann zur Digitalwende mit einer schon erschwinglichen Canon EOS 50e. Das e stand für Eye-Control und bedeutete, dass man die drei Fokusfelder mit den Augen direkt ansteuern konnte. Manchmal wünsche ich mir dieses Feature sogar in die heutigen Kameras, denn bei der EOS 5 funktionierte das mit noch mehr Fokusfeldern.

Der Einstieg in die digitale Welt erfolgte mit einer gebrauchten Canon EOS 300D, welche ich mit dem Wasia-Patch wirklich universell und gut einsetzen konnte.

Abgelöst wurde sie dann von der Canon EOS 400D, welche meine letzte Canon wurde.

Ein glücklicher Zufall, ein fotografischer Ausflug, brachte mich zu der tollsten Frau der Welt – einer Nikon-Fotografin. Da mein Amateurzeug in Art und Umfang natürlich nicht im geringsten gegen ihr Equipment (damals D200 und Zeug) ankam, die Beziehung immer länger wurde und damit auch der Aufwand zwei Systeme zu pflegen, habe ich auch auf Nikon umgestellt.

 

Nicht, dass ich sagen würde, dass ich mit Canon nicht glücklich geworden wäre. Aber der Schritt zu Nikon war gleichzeitig auch eine Horizonterweiterung, was entfesseltes Blitzen mit dem CLS betraf,. Canon etablierte das erst Jahre Später im mittleren DSLR-Bodysegment.

Meine nächste Kamera wurde also eine Nikon D90, die ich bis heute besitze und über deren Bildqualität (bis ISO 1000) alle Zweifel erhaben sind.  Sie ist bis jetzt meine perfekte kleine Allrounderin gewesen.

Gewesen.

So klein ist sie nämlich gar nicht und mit ein paar guten Optiken und Zubehör wiegt die Fototasche mal eben 2,5-3 kg mehr und ist voll und unhandlich – vor allem wenn man überwiegend mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Der System-Anspruch

Die D90 wird wohl noch bis zu Ihrem Ende „die Kleine“ für das Studio bleiben. Dort schlägt sie sich gut. Doch für die Tasche muss ein kleineres Äquivalent her. Flexibel muss das neue System bleiben und die Bildqualität darf nicht viel weiter unter dem D90-Niveau liegen. Zugleich ist es aber auch eine Budget-Frage. Die Kamera soll auf keinen Fall den professionellen Einsatz unserer Nikons stemmen und damit beschränkt sich das Aufgabengebiet auf die private Ebene. Ich werde sicher in etwas Glas investieren müssen, aber es soll vorrangig doch vergleichsweise erschwinglich bleiben. Ziel ist die pure Fotografie ohne Schnelligkeitseskapaden (Sportfotografie) oder extreme On-Location-Studio-Szenerie.

Was schön wäre, wäre die Möglichkeit möglichst flexibel Objektive anderer Hersteller einsetzen zu können. Im laufe der Jahre hat sich viel altes Equipment, welches größtenteils in Kisten verstaubt, angesammelt. So existieren in unserem Haushalt mehrere M42-Kameras, die oben erwähnten Contaxteile, und einiges wirklich proprietäres Gedöns.

Mit Nikon habe ich aufgrund des Auflagemaßes eher schlechte Erfahrungen gemacht. Mittels Adaptern kann ich zwar einige M42-Objektive anschließen, aber es beschränkt sich auf eine sehr kleine Zahl wirklich nutzbarer. Pur an den simpelsten Schraubadaptern fehlt hier die Möglichkeit auf unendlich zu fokussieren und an Adaptern mit Ausgleichslinse schlägt das Objektiv an eben diese, weil der hintere Tubus ausfährt und dann eben auch nicht auf unendlich scharf gestellt werden kann. Mit Canon wäre das vielleicht etwas bequemer, ich habe mich da aber nicht so belesen.

Die Entscheidung für Micro Four Thirds

Meine Größenvorgabe zielt eindeutig auf das Segment der spiegellosen Systemkameras. Der Spiegelmechanismus bringt zwar Vorteile wie schöne, vorzugsweise große, optische Sucher und schnelle Autofokusmöglichkeiten für kontinuierlichen Autofokus, aber er nimmt auch viel Platz in Anspruch. Platz den man von vornherein Ausschließen kann. Somit habe ich folgende Auswahl:

Meine Stamm-Marke Nikon hat für mich persönlich den zu kleinen Sensor im spiegellosen Segment. Ich möchte nicht auf Freistellungspotential verzichten müssen. Zudem habe ich mit dem sich ergeben Cropfaktor (2,7) nur bedingt die Möglichkeit Fremdobjektive zu adaptieren, da hier Bildausschnitte wie bei riesigen Teleobjektiven entstehen.

Dann gibt es noch Canon EOS M. Ebenso frisch am Markt, wie das Nikon 1-System, ist es zwar mit größerem Sensor bedacht, aber nicht sehr ausgereift, was die letzten Testberichte so ergeben haben.

Die wunderbaren Systeme von Sony Alpha (ehemals NEX) und Fuji üben schon ihren Reiz aus. Inzwischen fest am Markt etabliert, mit sehr fortschrittliche Funktionen und sehr kleinen Gehäusen in wirklich tollem Design, haben sie aber auch ihren Nachteil. Aufgrund der „normalen“ gewohnten Sensorgrößen im APS-C (und neuerdings auch Vollformat mit der Sony Alpha 7) bauen die Objektive natürlich genauso groß auf, wie unsere bisherigen Objektive von Nikon. Damit wird das System fast ähnlich so groß, wenn ich es mal mitnehmen möchte. So könnte ich auch gleich meine vom Body her minimal größere D90 einstecken. Das Argument der Zusammenfalt- und Pancake-Optiken gilt hier nicht, denn auch diese wird es in naher Zukunft überall und erstmal nur in einem gewissen, physikalisch vorgegebenen, Brennweitenbereich geben. Es sollte schon als Allroundsystem funktionieren!

Panasonic GX1 | Nikon 18-105mm VR

Die Entscheidung fiel also zugunsten Micro Four Thirds aus. Mit einem Sensor, der ähnlich groß ist wie APS-C, sind die Objektive plötzlich signifikant kleiner. Viele sind zudem sehr sehr leicht, was einem bei mehreren Kilometern Wegstrecke zu Fuß oder Fahrrad oder aber auch nur auf einem kurzem Spaziergang schon sehr entgegen kommt. Ich habe plötzlich IMMER eine Kamera dabei. Sicher ist nicht alles für die Jackentasche optimiert, aber im Wanderrucksack ist dafür sicher ein Platz.

Nikon VS Micro Four Thirds
Nikon VS Micro Four Thirds

Der Cropfaktor von 2 ist im vergleich mit 1,5 auch nicht viel länger, so, dass ich mit der erwähnten Adaptierbarkeit kein Problem habe. Aus einem alten Porst 28mm wird jetzt ein 56mm. Aus einem 50mm 1.8 wird ein lichtstarkes 100mm Portraitobjektiv. Und anders als die gute alte D90 können die meisten Micro Four Thirds-Kameras auch die Belichtung richtig messen, anzeigen oder mit den Halbautomatiken errechnen. Der Fokus bleibt natürlich manuell. Apropos und DOF (depth of field = Tiefenunschärfe): Leider werden auch die Blendenwerte multipliziert. Aus Blende f1.8 ergibt sich eine Bildwirkung wie f3.6, aus f2.8 wird f5.6 equivalent KB. Wer die APS-C-Sensoren kennt, kommt damit sicher klar aber, wer Fullframe für die Hosentasche erwartet, wird enttäuscht. 😉

Panasonic GX1 | Pancolor 50mm f1.8 M42

Das Micro Four Thirds -Lager spaltet sich neben ein paar neu hinzugekommenen in zwei große Player: Olympus und Panasonic.

Der Unterschied besteht darin, dass bei Panasonic der Bildstabilisator, wenn überhaupt, eher in den Objektiven zu finden ist (Ausnahme Panasonic GX7), während Olympus ihn eher im Body verbaut. Damit werden selbst die ältesten manuellen Linsen von Olympus-Kameras und der GX7 mitstabilisiert!

Dass es bei mir nun doch eine Panasonic GX1 wurde, hat diverse Gründe, die aber in einem anderen Artikel beleuchtet werden…

Ich für meinen Teil habe eine perfekte Erweiterung für meinen fotografischen Anspruch gefunden. Es ist keine bloße Ergänzung, sondern ein kleiner Neuanfang in einer neuen Richtung. Ich freue mich darauf und werde hier im Blog meine Erfahrungen mit der Praxis dokumentieren.

Panasonic GX1 | Olympus 12-50mm

3 Gedanken zu „Mein Einstieg in das Micro Four Thirds Sytem“

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